LESEPROBE „Die australische Braut"

Prolog

Jackson

 

„Du bist es deiner Mutter schuldig, Jackson.“

Wie kann Henry es wagen, Mom ins Spiel zu bringen. Mein Vater hat schon viele Methoden gewählt, mich zu manipulieren. Aber das ist neu und selbst für ihn niederträchtig. 

„Denk darüber nach, mein Sohn“, sagt er, als ich nicht reagiere. Obwohl seine Worte neutral sind, sagt mir die Schärfe in Henrys Tonfall, dass er Gehorsam erwartet. 

Wie immer. 

Ich hole tief Luft und bin über die Gelassenheit in meiner Stimme selbst erstaunt. „Danke. Das werde ich.“ 

„Ich sende dir die notwendigen Informationen.“ Er legt auf. Ohne ein weiteres Wort. Ein Henry Kingsley verabschiedet sich nicht.

„Arghmpf!“ Ich knalle das Handy mit Vehemenz auf den Küchentisch. Mein Atem kommt stoßweise und ich versuche, den roten Schleier wegzublinzeln, der mir die Sicht nimmt. Danke?Was ist los mit mir? Warum rede ich überhaupt noch mit ihm? Meine Fingerknöchel treten weiß hervor, so fest umgreife ich die Stuhllehne. Die Narbe an meiner Schläfe pocht. Mehr als sonst, so als wäre ich eine Figur aus einem Fantasy-Roman und er, dessen Name ich nicht einmal denken möchte, wäre dafür verantwortlich. Ein weiterer Fluch verlässt meine Lippen. Derber als zuvor. Eine kleine Hand legt sich auf meine Schulter. Warm und tröstend. 

„Du solltest dir ein dickeres Fell zulegen, Jackson“, flüstert Trisha und betont ihre Worte mit dem Druck ihrer Hand. Ich stoße bitter die Luft aus, richte mich auf und beginne, die Küchenschranktüren nacheinander aufzureißen. Irgendwo muss sie doch sein.„Leichter gesagt, als getan. Ich habe gehofft, nach zwei Jahren könnten wir es schaffen, das alles hinter uns zu lassen. Ein familiäres Gespräch miteinander führen. Aber da habe ich mich getäuscht“, murmle ich vor mich hin. Da ist sie ja!Ich schraube die Ginflasche auf, die Trisha als eiserne Reserve für „alle Fälle“ im Küchenschrank aufbewahrt, setze sie ohne Umschweife an die Lippen und nehme einen großen Schluck. Trishas braune Augen verfolgen jede meiner Regungen. Als ich die Flasche wieder ansetze, greift sie ein und entwindet mir den Gin.

„Das reicht. Du wolltest heute nach Timber Creek fliegen.“ Sie verschraubt die Flasche und schiebt sie nach hinten in den Schrank. Erstmals fällt mir auf, wie viele silberne Fäden ihr schwarzes Haar durchziehen. Jähe Zärtlichkeit für die Frau, die schon seit der Kindheit in meinem Leben ist und auf mich achtgibt, wallt in mir auf. Was wäre ich nur ohne sie? Verflucht einsam jedenfalls.

„Wie schafft er es nur jedes Mal, mich so wütend zu machen? Dabei bin ich tausende von Kilometern fortgezogen, ans andere Ende des Landes, um einen Schlussstrich zu ziehen. Unfassbar, wie ich mich durch seine Bemerkungen so triggern lasse.“ 

Trisha lächelt schmal. „Henry hat es schon immer verstanden, Menschen nach seinem Willen zu lenken. Da bist du nicht der Einzige. Er meint es nicht so.“

Ich stoße die Luft aus. „Wirklich nicht? Du kannst dir nicht vorstellen, was er diesmal von mir verlangt.“

Trisha greift nach einem Küchentuch und beginnt, abzutrocknen. Die Art, wie sie den Kopf neigt, verrät mir, sie hört zu. „Ich soll …“ Allein der Gedanke bringt mich so aus der Fassung, dass ich die Fäuste balle.

„Du sollst …?“ 

„Heiraten.“ Meine Stimme klingt heiser. Ich lache abfällig, so absurd ist dieser Vorschlag. Vor allem, wenn ich ihn laut ausspreche.

Trisha wendet sich mir zu. Ihre Augenbrauen sind so weit hochgezogen, dass sie unter ihrem dichten Pony verschwinden. 

„Nun ja, du bist um die dreißig. Da kann man schon einmal darüber nachdenken, sich eine Frau zu suchen“, sagt sie und ihr Mundwinkel zuckt. 

Ich rolle die Augen. „Nein, du verstehst nicht. Ich soll nicht irgendwann irgendwenheiraten. Ich soll eine bestimmte Person heiraten. Eine Frau, die erfür mich ausgesucht hat. Und das so bald wie möglich.“ 

Jede Belustigung ist aus Trishas Miene verschwunden. Hinter ihrer Stirn arbeitet es offensichtlich, so ist sie gefurcht. Sie sucht nach Worten, öffnet den Mund und schließt ihn dann wieder. 

„Und diese Frau. Weißt du etwas über sie?“, fragt sie schließlich.

Ich stöhne. „Nein. Und ich will nichts über sie wissen. Welche Frau kann das schon sein, die sich darauf einlässt, einen entstellten Typen im Nirgendwo zu heiraten, den sie nicht kennt?“ Trisha runzelt die Stirn. „Lass das! Du bist alles andere als entstellt, Jackson. Und das weißt du. Fischst du nach Komplimenten?“ 

Ich ignoriere ihren Einwand. „Wie dem auch sei. Es mag vor zweihundert Jahren für entehrte oder verarmte Waisen chic gewesen sein, sich als Katalogbraut in die Pampa zu verkaufen. Heute machen das doch nur Goldgräberinnen. Vermutlich ist sie eine Tussi ohne Hirn und mit operierten Brüsten.“ 

Trishas Grinsen wird wölfisch. „Oh, hat der Herr etwa Vorurteile? Und das hier ist ja wohl etwas anderes als eine Braut aus dem Katalog.“ Ich könnte mir vor Wut die Haare ausreißen. Sie hat recht. Die Bemerkung war blöd. Also brumme ich nur und starre einen Moment aus dem Fenster. Im Sittichbaum ist reges Treiben und der Anblick der umherflatternden Vögel beruhigt mich etwas. „Angeblich ist das irgendein Patenkind von Mom, das in Not ist. Wo auch immer Henry die plötzlich ausgegraben hat. Ich habe noch nie von der gehört. Die Idee ist absurd. Wieso schickt er ihr nicht einfach Geld? Damit löst er doch sonst alle Probleme. In dem Punkt werde ich ihm sicher nicht nachgeben. Das ist meinLeben.“ 

Das Handy auf dem Tisch piept. Trisha und ich starren gleichzeitig auf die Benachrichtigung im Display, dass eine E-Mail eingegangen ist. Henry verliert offenbar keine Zeit. Ob ich sie ungelesen löschen soll? 

Trisha schnalzt missbilligend mit der Zunge, als ich nicht reagiere. Ohne mich zu fragen, zieht sie das Handy zu sich heran und wischt über den Bildschirm. Ich sollte mir ein Password zulegen. 

Meine Kehle ist plötzlich ausgedörrt und ich mache absichtlich viele Geräusche, als ich ein Glas aus dem Küchenschrank auf die Anrichte knalle und die Glaskaraffe aus dem Kühlschrank nehme. Meine Hand zittert, und ich gieße die Hälfte daneben, als Trisha einen überraschten Laut von sich gibt. 

„Sie ist hübsch. Und sie kommt nicht allein.“ Ich schließe die Augen. Dieses Miststück!Sie weiß genau, wie sie mich fängt. Mein Plan, die Sache im Keim zu ersticken, scheitert an meiner Neugier. Ich reiße ihr das Handy aus der Hand und starre auf das etwas zu blasse Gesicht, das von wilden Locken umrahmt ist. 

 

 

 

Regen

Louisa

 

„Hey, wach auf!“

Ich blinzle und sehe in Zoes besorgtes Gesicht, das über meins gebeugt ist. Offenbar bin ich weggenickt. „Sind wir schon da?“ Verwirrt sehe ich mich um. Wie gelassen ich klinge. Dabei schreit alles in mir, die Autotür aufzureißen und eine Rückfahrt aufzutreiben. Zurück ins Vertraute. 

„Nein, nur ein kurzer Stopp. Pinkelpause. Außerdem hab ich Kohldampf.“ Sie reibt sich demonstrativ über den Bauch, als würde ich ihr nicht glauben. Ich schüttle den letzten Schleier des Schlafs ab und nicke. Zoe ist immer hungrig. Wenigstens das bleibt gleich. Sie zeigt auf das Gebäude, vor dem wir gehalten haben. 

„Das ist das erste Haus seit zwei Stunden“, sagt sie.

Zoe soll nicht denken, ihre Stichelei mache mir etwas aus, also meide ich ihren herausfordernden Blick. Als sie das erste Mal gehört hat, wohin wir auswandern, hat sie nur mit den Schultern gezuckt. „Gibt es dort WLan?“, war ihre einzige Frage. Ihre Gelassenheit hatte mich verblüfft und in meinem Entschluss bestärkt. Aber als unsere Abreise näher rückte, wurde sie unruhig. Und je weiter wir uns heute von der Zivilisation entfernten, desto sorgenvoller wurde ihr Blick. Ich fühle mit ihr. Das australische Outback ist für jemanden aus Downtown-Chicago wie ein anderer Planet.

Durch die verschmierten Autofenster des Jeeps erkenne ich das spärlich beleuchtete Neonschild über dem Eingang einer Bar. Leicht verwischt. Und da geht es mir auf: Es regnet tatsächlich! Als es hieß, wegen des nahenden Regens wäre unser Plan, die letzte Etappe mit dem Flieger zurückzulegen, buchstäblich ins Wasser gefallen, hatte ich das für einen Scherz gehalten. Die ersten Kilometer hatte ich den Eindruck, dieses Land bestehe nur aus trockenem rotem Staub. 

„Ich komme mit. Mir ein bisschen die Beine zu vertreten, wird guttun. Wie lange habe ich geschlafen?“ 

„Etwa eine Stunde“, entgegnet Zoe und öffnet die Tür. 

Ich ärgere mich, eingeschlafen zu sein. Erstaunlich, bei der Schlaglochpiste. Der Plan, mir jede Meile des Weges in unser neues Leben einzuprägen, ist an meiner Erschöpfung gescheitert. Ich blicke auf das Handy, das ich selbst im Schlaf umklammert gehalten habe. Nichts. Keine neuen Nachrichten. Das ist kein Wunder, denn es gibt hier draußen offenbar kein Netz. Seufzend stoße ich die Luft aus. Seit wir nach vierzig Stunden Reise mit Zwischenstopp in Brisbane in Alice Springs gelandet sind, haben mich die aufmunternden Textnachrichten meiner Freundinnen davon abgehalten, postwendend umzukehren. Unablässig habe ich meine ersten Eindrücke dieses fremden Landes geschildert. Jede Kleinigkeit war witzig. Selbst, dass McDonald’s in Australien „Macca’s“ heißt. Dann haben wir eine kleine Maschine weiter nach Darwin bestiegen und die Verbindung war gekappt. Aber ich war ohnehin abgelenkt von der Landschaft, über die wir flogen. Die großen Brände im letzten Jahr, bei denen eine Milliarde Tiere ums Leben gekommen sind, waren zwar weiter südlich. Doch die riesige Fläche unter uns ließ die Erinnerung an die Bilder im Fernsehen wiederaufleben. Dagegen sind meine eigenen Probleme für einen Moment verblasst.

Es ist neun Uhr abends. In Gedanken rechne ich nach, wie spät es in Chicago ist. Es versetzt mir einen Stich zwischen Herz und Bauch, als ich mir vorstelle, für meine Freundinnen hat der Tag noch nicht einmal begonnen, der mich schon erschöpft hat. In drei Stunden, wenn Susan den Coffee-Shop aufschließt, in dem sie zweimal die Woche jobbt und Cathy auf dem Weg in die erste Vorlesung ist, werde ich hoffentlich endlich am Ziel sein. Die Ungewissheit darüber, was mich dort erwartet, liegt mir trotz einer gewissen Vorfreude im Magen.

Ich begegne Micks prüfendem Blick im Rückspiegel. Der Fahrer, der uns am Airport von Darwin in Empfang genommen hat, behält mich seit dem ersten Augenblick im Auge. Nicht unangenehm, eher neugierig. Sein Lächeln, während er unsere Taschen im Wagen verstaute, hat für einen Moment die dunkeln Wolken meiner Gedanken vertrieben. Er ist genau so, wie ich mir einen Australier vorstelle. Selbstbewusst, ungestylt und braungebrannt. Allerdings könnte es sein, dass ich ihn mit dem Hauptdarsteller aus diesem Film mit dem Krokodilbändiger verwechsle. Dem Lieblingsfilm unserer Mom. 

Zoe hingegen war Mick gegenüber zurückhaltend. Sie hat ihn im Auge behalten, als er sich auf der Fahrt eine selbstgedrehte Zigarette angezündet hat, deren Rauch er aus dem Seitenfenster paffte. Sein Witz, hier inDown Underwürden zwar nicht alle auf dem Kopf stehen, doch die Autos auf der falschen Seite fahren, hat sie mit einem Schnauben quittiert. Auch die Bemerkung, dass hier die Frauen glühen und die Männer plündern – eine Anspielung auf einen Welthit – ließ sie kalt. Dabei lacht sie sonst gern. 

„Zoe, sei nicht so unhöflich“, habe ich ihr zugezischt, nachdem ich ihre trotzige Art eine Weile beobachtet habe. Sie hat mit einem Schulterzucken reagiert. Ich muss zugeben: Nach ein paar Stunden hat sich auch für mich Micks anhaltend charmante Art ein wenig abgenutzt. Ich bin müde und mir ist nicht nach Flirten. Aber das ändert nichts daran, wie dankbar ich ihm für seine Freundlichkeit bin. Es gibt schlimmere Arten, in einem fremden Land begrüßt zu werden. 

Auch jetzt schielt Zoe misstrauisch zu ihm. Wie es scheint, hat sich während meines Schläfchens nichts verändert. Mein Rücken ächzt, als ich mich aus dem Jeep pelle. Die Luft ist würzig und die sengende Hitze, die mir am Airport in Alice Springs entgegenschlug, ist einer erträglichen Temperatur gewichen. Wer hätte, als wir in Chicago bei Eiseskälte in den Flieger gestiegen sind, gedacht, dass ich mich über Kühle freuen würde? Zu Hause konnte ich mir nicht vorstellen, dass hier Sommer sein soll. Das neue Jahr hat gerade erst begonnen. Das Wetter und die Zeitverschiebung sind bestens geeignet, mir permanent vor Augen zu halten, dass in meinem Leben jetzt allesanders ist. 

Die Raststätte ist nicht mehr als ein alter Schuppen. Aber sympathisch. Schlichte, in fröhlichen Farben gehaltene Sitzmöglichkeiten sind vor einer Bar gruppiert. Handbemalte Schilder deuten auf den Campingplatz nebenan hin. Es könnte sich auch um eine Beach-Bar in Kalifornien handeln. Nicht, dass ich jemals in einer war. Aber so sind sie immer in Fernsehserien ausgestattet. Mehr, als ich erwartet habe. Backpacker haben Unterschlupf vor dem Wetter gesucht. Als ich ein paar von ihnen wegen ihrer Unterhaltung als Amerikaner identifiziere, winke ich. Kurz gebe ich mich der Illusion hin, eine von ihnen zu sein. Ein Abenteurer am anderen Ende der Welt, der nur kurz hier hineindippt und schon in wenigen Monaten wieder auf dem Weg in die Heimat sein wird. Zoes Hand legt sich warm in meinen Rücken und schiebt mich weiter. Ich hatte nicht mitbekommen, auf dem Weg zur Bar stehen geblieben zu sein. 

„Lou, du weißt, wir können umkehren. Noch ist es nicht zu spät.“ Sie hakt sich unter, hängt sich an mich und ihre großen Augen blicken mich an. Ich bleibe standhaft. „Zoe, das haben wir doch x-mal durchgekaut. Du wirst sehen, es wird toll. Ein großes Abenteuer“, wiederhole ich den Satz, den ich mir innerlich schon gefühlt tausend Mal selbst vorgesagt habe. Zu gern würde ich ihr nachgeben. Aber die Erinnerung an Chicago schnürt mir die Luft ab. Zu bleischwer waren meine Sorgen, die mich zu diesem Schritt getrieben haben. Wenn ich jetzt kneife, wüsste ich nicht, wie ich die Kosten für einen Rückflug aufbringen soll. Und ich habe diesem Jackson Kingsley ein Versprechen gegeben.

Kingsley! Bald heiße ich auch so. Ich werde einen wildfremden Mann heiraten, der am anderen Ende der Welt lebt.Ich schlucke die Furcht hinunter. Lasse sie mit den dicken Regentropfen, die auf das Bambusdach prasseln, fortspülen.

„Meinst du, es gibt etwas Leckeres in diesem Beach-Bar-Verschnitt? Ich sterbe vor Hunger.“ Ihr Mund verkrampft sich und ich sehe ihr an, dass ihre Beherrschung am seidenen Faden hängt. Wahrscheinlich ist er ein buckliges Hutzelmännchen. Welcher Typ sollte sich sonst eine Braut nehmen, die er noch nie gesehen hat? Was, wenn wir in die Fänge eines Serienkillers geraten?,war ihr krassester Versuch vor der Abreise, mich vom Vorhaben abzubringen, Jackson Kingsley zu heiraten. Ich wusste nie, ob sie mich ärgern wollte oder es ernst meinte. Wie nah sie dabei meiner eigenen Horrorvorstellung gekommen ist, sage ich ihr nicht. Aber via Videochat sah mein zukünftiger Ehemann nicht schlecht aus. Zugegeben, die Verbindung war jedes Mal gestört und ich habe eine sehr verpixelte Vorstellung von ihm. Außerdem hatte er immer die Haare im Gesicht. Also, wer weiß?

„Ted Bundy, der Serienmörder, sah auch sehr nett aus“, war ihr Kommentar dazu. Vielen Dank auch, Zoe!

Wir verschlingen unsere Hände ineinander, während wir die kleine Speisekarte neben dem Tresen studieren, auf die die Bedienung, eine freundliche Aborigine-Frau, gezeigt hat. Zoe kichert und einen Augenblick später erkenne ich, warum. Ein Glucksen entfährt mir. „Du hast Glück, Zoe. Es gibt Straußensteak auf Barbie.“

„Das ist das Wort für Barbecue“, versucht uns Mick, der hinter uns steht, aufzuklären. Aber es ist zu spät. Die Blase der Anspannung, die sich in den letzten Wochen stetig gefüllt hat, platzt. Vor Lachen laufen uns die Tränen hinab. Jedes Mal, wenn wir uns beruhigen, sagt eine von uns ‚aufBarbie’und das Kichern beginnt von Neuem. Mick schmunzelt und schüttelt den Kopf, während Zoe und ich uns in den Armen liegen. 

Und mit einem Mal weiß ich, alles wird gut werden. 

Trisha

 

„Das ist es?“ Zoe rutscht vor Aufregung auf ihrem Sitz hin und her, während wir uns langsam dem Haus nähern, das wie ein hell erleuchtetes Ufo in der Dunkelheit auf uns wartet. Es ist nach Mitternacht und endlich hat der Regen nachgelassen. Ich bin nur noch erleichtert, gleich aus diesem Jeep zu kommen. „Das ist die Kingsley-Station“, entgegnet Mick. 

„Ein Bahnhof? Müssen wir etwa noch Zug fahren?“ Leichte Panik schwingt in Zoes Frage mit. 

Mick lacht kurz auf. „Nein, Stationist das Wort für die Farmen im Outback.“ Selbst er hatte in der letzten halben Stunde zum ersten Mal Zeichen von Müdigkeit gezeigt und mehrfach ein Gähnen unterdrückt. Mit wieder erwachtem Schwung parkt er den Wagen vor einer großen Veranda, die die Frontseite eines von mehreren Flachbauten ausmacht. Wow! Was ich in der Dunkelheit erkennen kann, haut mich um. Beleuchtete Palmen im Outback? Das erinnert mich an ein Hotel aus tausendundeiner Nacht und hat mit den Gebäuden, die ich bisher auf der Fahrt gesehen habe, nichts gemein. 

Galant hält mir Mick die Hand hin und hilft mir beim Aussteigen. Ich blinzle gegen den Strahler, der den Vorplatz in Licht taucht. Aufgeregt suche ich den Eingangsbereich nach der Silhouette eines Mannes ab. Dem Mann, der mein Ehemann werden soll. Doch stattdessen läuft eine winzige, kugelrunde Frau, den Gesichtszügen nach Aborigine, die Stufen zu uns herab. Trisha! Ich kenne sie von den Videochats vor meiner Abreise. Allerdings hatte ich mir die resolute Frau, die mir das Leben im australischen Outback als das Glück schlechthin verkauft hat, größer vorgestellt. Auf meinen zukünftigen Ehemann bin ich total gespannt. Mit ihm habe ich nur einmal kurz gechattet und da war auch noch das Bild verpixelt.

„Wie schön, dass ihr endlich da seid. Ich habe mir schon Sorgen gemacht! Und ihr habt Regen mitgebracht. Ein gutes Zeichen.“ Bevor ich es begreife, werde ich in eine heftige Umarmung gezogen. Von meiner Seite aus fällt sie etwas unbeholfen aus. Über die Schulter der Frau, die mir gerade bis zur Brust reicht, suche ich Zoes Blick. Sie beißt sich grinsend auf die Lippe und strahlt über das ganze Gesicht. Nun hat die Frau sie ebenfalls entdeckt und lässt abrupt von mir ab. 

„Da bist du ja, du Engel!“

Ich kann mir das Grinsen nicht verkneifen, als Zoe dieselbe Aufmerksamkeit wie mir zuvor zuteilwird. Ihre Miene ist geschockt, ob von der ungewohnten Umarmung oder dem Kosenamen, ist nicht klar. 

„Ich heiße Zoe“, flüstert sie und schiebt die Frau leicht von sich. 

„Das weiß ich doch. Und ich bin Trisha.“ Unzählige Lachfalten ziehen sich über das Gesicht der Frau, die sich an uns kaum sattsehen kann. Sie bemerkt meinen suchenden Blick und vertieft ihr Lächeln. Bevor ich fragen kann, wo Jackson ist, wendet sie sich Richtung Jeep. „Mick, bring das Gepäck der neuen Misses in das blaue Zimmer.“ Mick, der dem Schauspiel grinsend zugesehen hat, zuckt zusammen. Trishas autoritärer Ton steht im krassen Gegensatz zur Mütterlichkeit von zuvor. Und zu ihrer Größe. 

„Wird gemacht, Misses Trisha.“ Mick greift meinen großen Koffer und Zoes kleineren und marschiert an uns vorbei einen überdachten Weg durch einen beleuchteten Garten entlang. 

Die neue Misses. 

Mein Herz beginnt wie wild zu schlagen. Ich räuspere den plötzlich auftretenden Kloß in meinem Hals fort. „Das blaue Zimmer? Ist das …?“ Ich stocke und suche nach den richtigen Worten. Trisha scheint mich auch so zu verstehen. Sie wird ein wenig rot, soweit ich das aus den Schatten in ihrem Gesicht sehen kann. 

„Nein, nein. Der Master-Bedroom ist im Bungalow auf der anderen Seite des Haupthauses. Ihr sollt euch erst einmal eingewöhnen.“ Ich stoße erleichtert die Luft aus. Die Vorstellung, schon heute die Nacht mit einem wildfremden Mann verbringen zu müssen, hatte mich eiskalt erwischt. 

„Wo …?“ Trisha unterbricht mich mit einer abwinkenden Geste.

„Jackson ist schon zu Bett gegangen. Er muss morgen früh raus. Wegen des Regens.“ Sie lächelt mich an, als würde das alles erklären. 

„Okay. Das verstehe ich.“ Obwohl ich es nicht verstehe. Schließlich habe ich mich tausende von Meilen auf den Weg gemacht, um seine Frau zu werden. Und er schafft es nicht einmal, mich zu begrüßen. Die Erleichterung von eben verflüchtigt sich so schnell, wie sie gekommen ist. Aber vielleicht muss ich geduldiger sein, diese Kultur der Menschen hier erst verstehen lernen? Menschen, denen Regen mehr bedeutet als die Frau, die sie heiraten werden. 

„Habt ihr Hunger? Durst?“, lässt Trisha mir nicht viel Zeit zum Nachdenken. Ich für meinen Teil habe nur noch das Bedürfnis, die Augen zu schließen und nichts mehr zu denken. Doch ich muss an Zoe denken. Ich drehe mich zu ihr um. „Zoe, wie ist es mit dir?“ 

Sie schüttelt den Kopf und gähnt. Ich lasse mir nicht anmerken, wie ungewöhnlich ich es finde, dass sie das Angebot von Essen ausschlägt. Sofort regt sich Sorge, dass sie das Ganze mehr mitnimmt, als sie durchscheinen lässt. Trisha führt uns in Richtung des mit polierten Steinen ausgelegten Weges, auf dem Mick zuvor verschwunden war. In meinem Nacken prickelt es und ich weiß, ich werde beobachtet. Gerade als ich mich suchend umdrehe, tritt aus dem Schatten neben einer Tür vor mir eine junge Frau. Ich habe sie nicht bemerkt und greife mir instinktiv ans Herz. Das Licht über der Tür taucht ihr Gesicht in Halbschatten. Trisha zischt die Frau an: „Kylie! Warum bist du noch wach?“ Die Frau, die nicht viel älter ist als ich, hebt trotzig ihr Kinn. „Ich wollte die neue Misses begrüßen.“ Sie hält mir die Hand hin, die ich zögernd ergreife. „Hi, ich bin Kylie. Ich freue mich, eine Frau in meinem Alter auf der Station zu haben. Wir werden sicher gut miteinander auskommen!“ Ihr Blick huscht zu Trisha, die leise seufzt. Kylies Lächeln wirkt so übertrieben, dass ich einen Moment lang nicht weiß, wie ich reagieren soll. Vielleicht bin ich nur übermüdet. Vermutlich sollte ich froh sein, jemand in ungefähr meinem Alter auf der Station zu haben. Viel Gelegenheiten, Freundschaften zu schließen, wird es nicht geben. Kylies Blick geht zu Zoe und sie klatscht vor Freude in die Hände. Ich fühle Zoes Hand auf meinem Kreuz, so als wolle sie sich absichern, dass ich bei ihr bleibe. Sie begrüßt Kylie artig. Doch ich merke ihrem Tonfall an, wie zurückhaltend sie ist. Vermutlich ist sie ebenso müde wie ich.

„Du kannst deinem Bruder mit dem Gepäck helfen“, sagt Trisha mit überraschender Schärfe. Es ist klar, dass Trisha die Frau verscheuchen möchte. 

„Wir sehen uns morgen!“, entgegnet Kylie. Mit einem demonstrativen Augenrollen zu mir verschwindet sie in der Dunkelheit. Trisha murmelt kopfschüttelnd vor sich hin und führt uns dann weiter. In meinem müden Kopf bin ich nicht in der Lage, viel anderes wahrzunehmen, als den Weg, der uns zu einem Nebengebäude mit einem großen Zimmer führt, vor dessen Tür und Fenstern Moskitonetze hängen. Warum es das „blaue Zimmer“ genannt wird, verstehe ich nicht. Ich sehe nichts Blaues, aber es ist wunderschön und gemütlich. Während Trisha unablässig auf uns einredet, blinzle ich nur sehnsüchtig das große Bett an, das den Raum dominiert. Wenigstens ist er klimatisiert und es gibt ein direkt angrenzendes Bad, wie ich erleichtert registriere. Als Trisha endlich fort ist, reißen Zoe und ich uns die Reisekleidung vom Leib und sinken nach einer Katzenwäsche in die Kissen. 

 

Das Blöken von Schafen webt sich in meinen Schlaf und weckt mich langsam auf. Ich räkle mich genüsslich und zögere den Moment hinaus, die Augen aufzumachen und in der Wirklichkeit anzukommen. Ein Kichern lässt mich den Kopf drehen. Zoe steht am Fenster und amüsiert sich über etwas, das sie sieht. 

„Hey, guten Morgen. Bist du schon lange wach?“ 

Sie lächelt mich an und nickt. „Es ist schon neun. Ich habe Hunger, gehen wir endlich frühstücken?“ Ich grinse. Gott, bin ich froh, dass ich so eine tolle Schwester habe. Ich setze mich auf und freue mich, wie warm der Holzboden ist, auf den ich meine Füße setze. Ein heller Streifen zeichnet sich zwischen meinen rötlichen Zehen ab, wo der Flipflop dem Regenschlamm getrotzt hat.

„Ich geh kurz duschen.“ Zoe kräuselt die Nase. Aber ich verziehe mich ins Bad. Noch eine letzte, klitzekleine Gnadenfrist, bevor mein Abenteuer wirklich beginnt. Noch kann ich mir einbilden, in einem Urlaub zu sein. Selbst wenn ich noch nie zuvor aus Chicago rausgekommen bin. 

Als ich wenig später mit feuchtem Haar aus dem Bad trete, sehe ich es: Der Raum ist in zartes blaues Licht getaucht. Es scheint, als ob das Fenster die Blautöne aus dem Sonnenlicht filtert. Ich wusste gar nicht, dass so etwas möglich ist. Wer kommt auf diese geniale Idee?

Zoe steht noch am Fenster und lächelt. „Warum bist du so fröhlich?“, frage ich sie und trete neben sie, während ich den Reißverschluss des leichten Baumwollkleids schließe, das ich extra für diesen Tag gekauft habe. Es ist weiß und geht in einem Glockenrock bis kurz übers Knie. Das enge Oberteil zeigt einen dezenten, herzförmigen Ausschnitt. Kein Brautkleid, aber so ähnlich. Zoe zieht die Brauen hoch und ich überlege, wann sie mich das letzte Mal in einem Kleid gesehen hat. Ich deute mit dem Kinn Richtung Fenster und erinnere sie an meine Frage.

„Nichts. Er ist schon weg.“ 

„Wer?“ Ich trete zum Fenster und spähe hinaus. Einen Augenblick verschlägt es mir die Sprache. Der Blick geht in die endlose Landschaft. Kein anderes Haus weit und breit. Keine Wolkenkratzer, kein Verkehr, keine Ampeln, keine Parks. Zum Glück gibt es hier nicht nur rötlichen Staub, wie lange Strecken auf der Hinfahrt. Pflanzen in verschiedensten Grüntönen durchbrechen die trockene Erde bis zum Horizont. Vorwiegend Büsche, aber auch der ein oder andere Baum. Die beginnende Hitze lässt den Regen der letzten Nacht verdunsten und zieht Nebelschwaden über das Land. Es sieht majestätisch aus. Und so anders als der Blick aus meinem Schlafzimmer in Chicago auf die Fenster des gegenüberliegenden Gebäudes. Ich schlucke trocken und wende den Blick zum Vorplatz, auf dem wir gestern angekommen sind. Rings um das Haus deuten gepflegte Zäune und ein Garten darauf hin, dass sich hier Menschen der Wildnis widersetzt haben. Alles wirkt gepflegt. 

Und ist menschenleer. 

„Na, der Mann mit dem Koala.“ Ich lache auf. „Koala? Wie Koalabär?“ 

Sie verdreht die Augen. „Was denn sonst?“ Ich stupse ihr auf die Nasenspitze, wie ich es tue, wenn ich sie für naseweis halte. Sie dreht den Kopf weg. 

„Mama mochte Koalas“, flüstert sie. Ich schlucke. „Stimmt. Ich habe gar nicht daran gedacht, hier auf der Farm könnten Koalas leben.“ Bilder von unserer Familie und seltenen Besuchen im Lincoln Park Zookommen mir in den Sinn. Dad hatte unserer Mutter, deren Geburtstag war, im Zooshop einen Stoffkoala gekauft. Einen, den sie sich ans Revers klemmen konnte.

„Weißt du noch, wie wir Mamas Ansteck-Koala immer haben wollten? Wir haben uns dann abgewechselt, bis Dad protestierte und auch an der Reihe sein wollte“, sage ich und lege den Arm um sie. 

Zoe nickt nur und schaut verträumt aus dem Fenster. Sie war noch relativ klein, gerade erst in die Schule gekommen. Die Erinnerung an unser Lachen an diesem unbeschwerten Tag zaubert ein Lächeln auf mein Gesicht. Ich nehme Zoes Hand und drücke sie. „Es tut mir leid, dass wir nicht zu Hause bleiben konnten“, flüstere ich. Sie blickt kurz zu Boden und hebt dann den Kopf. „Ist schon okay. Zu Hause ist für mich dort, wo du bist.“ Ich blinzle die Tränen fort und ziehe sie an mich. Ist sie wirklich erst zwölf Jahre alt? 

Ihr Magenknurren lässt uns beide auflachen. „Komm, du Knopf, lass uns frühstücken gehen.“ Ich wuschle ihr übers Haar und genau wie bei der Nasenspitze duckt sie sich weg.

„Ob es in Australien Pancakes gibt?“ 

„Wenn, dann nur auf Barbie“, erwidere ich und schlüpfe in die Flipflops. Wir sind zu aufgeregt, um zu lachen. 

Ohne Probleme finden wir den Weg über die Steinplatten zu dem größeren Gebäude, vor dem wir gestern angekommen sind. Dies ist wohl das Haupthaus. Am auffallendsten sind die beiden hohen Palmen vor der überdachten Veranda, die die gesamte Hausfront einnimmt. Stilvolle Sitzmöbel vor raumhohen Fenstern laden dazu ein, zu entspannen. In Grau gehaltene Holzverkleidungen entlang der Hausecken geben den letzten Touch. Auch hier überwältigt mich der Stil , den ich in dieser Einöde nicht erwartet hätte. 

Trisha scheint uns bereits erwartet zu haben. Jetzt bei Tageslicht sehe ich silberne Fäden in ihrem dichten Haar. Wie heute Nacht auch, strahlt sie uns an, als wären wir Göttinnen, die diese Stationmit ihrer Anwesenheit ehren. Es gibt Schlimmeres. Sie führt uns in einen hellen Raum, der vom Eingangsflur abgeht.

„Ich habe ein schönes Brekkiefür euch.“ Eifrig rückt sie einen der beiden Teller zurecht, die auf dem reich gedeckten Tisch auf uns warten. Zoes Mundwinkel zucken. Die australische Eigenart, alles abzukürzen, wie hier Breakfast in Brekkie, scheint sie sehr zu amüsieren. 

„Für mich nur einen Kaffee, bitte. Schwarz“, sage ich und möchte es zurücknehmen, als Trishas Lächeln in sich zusammenfällt. „Ich nehm alles“, rettet Zoe die Situation und beginnt, sich den Teller mit Pancakes und Bacon vollzuhäufen. Ob das Leben hier stets wie in einem Bed & Breakfastsein wird? Der Gedanke behagt mir nicht. Wie soll ich mich dann jemals zu Hause fühlen?

„Du möchtest sicher Orangensaft. Ich habe gelesen, alle amerikanischen Mädchen trinken literweise Saft.“ Trisha gießt Zoe bereits ein Glas ein. Zoe nickt mit vollen Backen. Als Trisha ihr zufrieden seufzend übers Haar streicht, lässt sie es geschehen. Ich ziehe empört die Brauen hoch, doch meine kleine Schwester zuckt nur mit den Schultern und schiebt sich ein buttertriefendes Stück Pancake in den Mund. Ich nippe an der tiefschwarzen Flüssigkeit, die mir Trisha in einen Becher gegossen hat, auf dem steht: She’ll be apples – was immer das auch heißt. Trisha schmunzelt und hat meine Gedanken erraten. „Das heißt Alles wird gutauf Australisch.“ Zoe verschluckt sich vor Lachen. „Was haben denn Äpfel damit zu tun?“ Jetzt zuckt Trisha mit den Schultern und beide lachen. Der Morgen fängt gut an und ich lehne mich in meinem Stuhl zurück, als mir auffällt, wie angespannt ich vorn auf der Kante gesessen habe. 

„Mhm, der Kaffee ist köstlich. Wann werde ich … Mister Kingsley kennenlernen?“, wage ich es endlich, Trisha zu fragen. 

„Jacksonist noch unterwegs. Es gibt viel zu tun nach einem Regen.“ Sie streicht ein paar Krümel von der Tischdecke und meidet meinen Blick. „Aber er hat versprochen zurück zu sein, wenn der Flieger landet.“ 

„Wenn der Flieger landet“, wiederhole ich ausdruckslos.

„Ja, der Flieger mit Roger. Er müsste so gegen fünf Uhr eintreffen.“ 

„Roger?“ Ich kneife die Augen zusammen. Wieso muss ich dieser Frau jedes Wort auf der Nase ziehen? 

„Roger ist einer der fliegenden Standesbeamten. Er wird heute Abend die Trauung vollziehen.“ 

Zoe lässt die Gabel fallen. „Heute Abend?“, fragt sie. Obwohl sie mich anklagend fixiert, spricht sie mir damit aus der Seele. Ich kannte die Terminplanung, habe es aber nicht fertiggebracht, Zoe davon zu erzählen. Und ich kann mir selbst nicht vorstellen, dass heute der Tag der Tage ist, selbst wenn ich das Kleid dafür anhabe.

„Aber ich habe meinen zukünftigen Bräutigam ja noch nicht einmal kennengelernt und jetzt ist es …“ Ich sehe auf meine Armbanduhr, ein Erbstück meiner Mutter. „Es ist bereits zehn Uhr. Es bleiben nur wenige Stunden.“ 

Trisha legt mitfühlend ihren Arm auf meinen Unterarm. „She’ll be apples! Ihr werdet miteinander auskommen. Ich weiß es. Jackson ist ein guter Mann.“ Ich stoße die Luft aus. Zu gern möchte ich ihr glauben. An Zoe gewandt sagt sie: „Iss auf, junge Dame. Dann zeige ich dir die Station.“

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